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Volksbank Gmünd

Schon seit Jahrzehnten dient das Gebäude am Hauptplatz 22 der Volksbank Gmünd als Geschäfts-stelle. Ein zeitgemäßer Bankbetrieb war in dem dunklen und verwinkelten Haus nicht mehr möglich. Die spannende Aufgabenstellung für Trecolore Architects: Die Schaffung eines neuen Raumkonzeptes für einen modernen und kundenorientierten Bankbetrieb, das mittels eines teilweise spektakulären Umbaus des denkmalgeschützten, mehr als 500 Jahre alten Gebäudes realisiert wurde.


Modernes Raumkonzept in historischem Gemäuer
Die Umsetzung des neuen Raumkonzeptes erforderte umfangreiche Eingriffe in das mittelalterliche Gebäude. Diese Baumaßnahmen waren eine große statische und bautechnische Herausforderung; die Abbruch- und Umbauarbeiten an den historischen Tonnengewölben erforderten allerhöchste Aufmerksamkeit.

Eine der bedeutendsten Baumaßnahmen war die Wiederherstellung eines Durchgangs zwischen Hauptplatz und Hinterer Gasse, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch den Einbau eines Stiegenhauses geschlossen wurde. Diese wiederhergestellte Achse beherbergt nun eine neue, offene Treppenkonstruktion, schafft über alle Geschosse hinweg spannende Raum- und Blickbeziehungen und holt Tageslicht in alle Ecken des Gebäudes. Überdies resultiert dies in einer wesentlich verbesserten Raumabfolge im Erdgeschoss. Der einst dunkle und enge Schalterraum präsentiert sich nun als großzügige, übersichtliche, helle und freundliche Servicezone mit integriertem SB-Bereich.

Auch der Einbau eines Aufzuges war eine große Herausforderung diese für einen modernen, barrierefreien Bankbetrieb unumgängliche Vertikalerschließung erforderte intensive Baumaßnahmen. Die Positionierung musste so gewählt werden, dass der Aufzug einerseits eine größtmögliche funktionelle Erschließung gewährleistet, andererseits durfte aber der historische Kellerabgang nicht in Mitleidenschaft gezogen werden.

Die Erhaltung und stimmige Integration der historischen Bausubstanz war ein großes Anliegen, sowohl seitens der Bauherrenschaft, als natürlich auch seitens des Bundesdenkmalamtes und des Landeskonservatorates. Den Trecolore Architects ist es gelungen, mit dem Wechselspiel zwischen moderner Architektur und historischer Bausubstanz reizvolle Kontraste zu schaffen. Ganz bewusst wurde moderne Architektur dazu verwendet, Historisches zu betonen und hervorzustreichen. So gewährt z. B. im zweiten Obergeschoss ein Glasboden die Sicht auf ein spätmittelalterliches Tonnengewölbe. An zahlreichen Stellen wurde im weiß-kalkigen Putz das Steinmauerwerk freigelegt; Im Bereich des ersten Obergeschosses wurden bunte Schablonenmalereien aus dem frühen 20. Jahrhundert rekonstruiert. Auch die Fassade wurde komplett erneut und an das historische Vorbild angepasst.

Um Tageslicht in das verwinkelte Gebäude zu holen, wurde das alte, aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts stammende Treppenhaus teilweise entkernt. Im Bereich der sensiblen Tonnengewölbe wurde das Mauerwerk mittels Seilschnitten bearbeitet und die tragenden Natursteinwände unterfangen. Um den Anforderungen des modernen Bankbetriebes gerecht zu werden, wurden die altersschwachen Holztramdecken durch tragfähige Stahlbetondecken ersetzt.


Historische Bausubstanz unter Denkmalschutz
Das vierachsige Haus im Verband der nördlichen Häuserzeile dient der Volksbank Gmünd bereits seit Jahrzehnten als Geschäftsstelle - erbaut wurde es aber bereits im späten Mittelalter. Schon im Jahre 1346 erhielt Gmünd das Stadtrecht und ist somit eine der ältesten Städte Österreichs. Wie viele der Gebäude am mittelalterlichen Hauptplatz steht auch dieses Gebäude unter Denkmalschutz. Die vom Bundesdenkmalamt veranlasste historische Bauuntersuchung kann mit überaus interessanten Details der Gebäudegeschichte aufwarten:

Im Wesentlichen geht die heute sichtbare Bausubstanz auf das 15. und 16. Jahrhundert zurück; Im vorderen Teil des Gebäudes steckt jedoch noch ein mittelalterlicher Kernbau. Mehrere Umbauten sowie der verheerende Stadtbrand von 1792 (im Dachgeschoss finden sich rußgeschwärzte Balken, die offenbar noch vom historischen Dachstuhl stammen) haben das Gebäude über die Jahrhunderte hinweg verändert. Im Jahr 1965 wurde der vordere Gebäudeteil entkernt und Teile der historischen Tonnengewölbe im Erdgeschoss zerstört. Auch der Sockelbereich der Fassade wurde zu dieser Zeit grob verändert.


Umbau belebt regionale Wirtschaft
Bei der Realisierung des Projektes wurde von den Vorständen der Volksbank Gmünd, Herr Josef Pichorner und Frau Elisabeth Faller, ein hohes Augenmerk auf die größtmögliche Einbindung von heimischen Unternehmen gelegt. Mit einer Ausnahme stammen alle projektbeteiligten Unternehmen aus Kärnten, viele davon aus der Region Lieser- und Maltatal.

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Fotostrecke:

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Eckdaten:

Generalplanung (denkmalgeschützte Bausubstanz)
Fertigstellung: November 2009
BGF: 516 m²

 

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